Skulpturenpfad Vaterstetten

Ingo Glass (*1941 Temeswar / Rumänien, lebt in
München und Budapest): Raumbogenspannweite (1980)

Stahl, blau, 320 x 75 x 370 cm. Das einzige Werk in Vaterstetten, das für die expressiv-konstruktive Werkphase des Künstlers steht. Im Aufriss Scherenschnitten gleich, löst sich jegliches Volumen in diesen Arbeiten zur Schwerelosigkeit auf. Charakteristisch für diese Werke ist eine Zahl von Verstrebungen, die eines gemeinsam haben: das Bestreben nach oben, gewissermaßen nach Höherem. Wie als wäre dieses Bestreben allen Menschen gleich, vereinigen sich die Verstrebungen nach oben hin. Die Skulptur gipfelt in einem Zenit. Die viele Luft, die Freiheit, die die Raumbögen atmen dürfen, erscheint dabei als die notwendige Voraussetzung für das Zusammengehen. Dass die Streben sich in ihrer Suche nach Höherem gegenseitig Halt geben, darf bei Glass getrost als Ausdruck seiner humanistischen Haltung gelesen werden: hat er doch mit seiner Offenheit und seiner zurückhaltenden Art an den verschiedenen Stationen seines Lebens - von Bukarest bis nach München - immer wieder Menschen zusammengeführt und zwischen Ost und West vermittelt.

[Foto: mit freundlicher Erlaubnis © 10/2011 Heinz Theuerkauf. Alle Rechte vorbehalten]