In Bochum steht eine Skulptur, die die Gemüter erhitzt und die Diskussion um Kunst im öffentlichen Raum befeuert hat: der »Terminal« von Richard Serra, mit der er an der documenta VI in Kassel teilnahm. Weiterhin ist Bochum die Heimatstadt des Röhrenplastikers Friedrich Gräsel. Eine seiner schönsten Arbeiten ist hier zu finden.
Zahlreiche Skulpturen im öffentlichen Raum Bochums gehören zum Bestand der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum (RUB), die der Gründungsordinarius des Kunstgeschichtlichen Instituts, Professor Dr. Max Imdahl, entscheidend prägte. Ein Sammlungsschwerpunkt liegt bis heute auf konstruktiv-konkreter Kunst. Konstruktiv-konkret heißt dabei zum einen, dass einem Kunstwerk bzw. seinem Herstellungsprozess ein Bauplan, für den logische oder auch geometrische Elemente wesentlich sind, zugrundeliegt. Zum anderen setzen sich konkrete Arbeiten häufig mit dem Material als solchem auseinander. Die Arbeiten von Rückriem und Spagnulo beispielsweise illustrieren den Kontrast zwischen naturbelassener und bearbeiteter Oberfläche eines Steins oder die Härte von Stahl. Indem der Künstler die Bearbeitungsspuren bewusst nicht kaschiert, bringt er zur Anschauung, wie Stein gebrochen oder geschnitten wird bzw. wie Stahl unter dem Schneidbrenner oder auch unter seinem Eigengewicht "nachgeben" muss. Arbeiten von Serra oder Reusch wiederum bieten dem Betrachter neue Erfahrungen der Raum- und Selbstwahrnehmung an. Arbeiten aus der Sammlung der RUB findet man insbesondere am Forumsplatz auf dem Uni-Campus sowie im Schlosspark Haus Weitmar. Die Arbeiten hier wurden speziell für ihren Aufstellungsort entworfen. Auch die an den Schlosspark angrenzende Galerie m plazierte dort im Zuge mit der Öffnung des Parks für die Öffentlichkeit 1972 Werke von Richard Serra, Erich Reusch, Ulrich Rückriem und Giuseppe Spagnulo. Nebenan zeigt das museale Ensemble „Situation Kunst (für Max Imdahl)“ Werkkomplexe europäischer Gegenwartskünstler in jeweils eigens dafür errichteten und eingerichteten Gebäuden bzw. Räumen. So wurde hier beispielsweise Richard Serras auf der documenta 5 1972 gezeigtes Environment »Circuit« in Zusammenarbeit mit dem Künstler installiert.
Einen Akzent im Stadtbild setzt bis heute schließlich das Stahlbildhauersymposion von 1979/80, an dem sich eingeladene Künstler aus acht europäischen Ländern beteiligten - darunter François Morellet oder Abraham David Christian. Es war von Museumsdirektor Dr. Peter Spielmann initiiert worden. Unter Vermittlung des Kulturdezernenten Dr. Richard Erny, der sich schon für das »Terminal« eingesetzt hatte, wurden die Künstler von stahlverarbeitenden Firmen in Bochum unterstützt, deren Werkstätten, Material und Know-How sie kostenlos nutzen konnten. 20 Bochumer Firmen wirkten dabei als Sponsoren mit. Die Standorte für ihre Kunstwerke konnten die Künstler frei wählen. Die Kunstwerke wurden schließlich von der Stadt angekauft.
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Eine exquisite Auswahl weiterer abstrakter Skulpturen findet man zudem in der Sammlung Moderne der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum am Forumsplatz. Ein Ensemble mehrerer Gebäude, die speziell für die darin installierten Kunstwerke konzipiert wurden, ist die Situation Kunst (für Max Imdahl) im Schlosspark Haus Weitmar (eine Dependance der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum).
Mein besonderer Dank geht an Klaus-Peter Thommes vom Kunstverein Bochum, der mit seinem Kunstfreund Toni Sailer viele der Skulpturen in farbenfroh-herbstlicher Stimmung eingefangen hat. Bei der Recherche war der Skulpturenführer Kunst auf Schritt und Tritt in Bochum von Marina von Assel eine große Hilfe. Diesem sind auch die meisten technischen Angaben zu den Kunstwerken entnommen.
Wenn Ihnen die SkulpTour Bochum gefällt: steuern Sie doch ein Foto bei! Es fehlen insbesondere noch Fotos von folgenden Skulpturen:
| Thomas Emden-Weinert | Version 2.1 | created: 2010/10/14 using IrfanView, last changed: 2012/03/08 |